13. Juni bis 12. Juli 2014

»Der diagnostische Blick« LANFER, MEINZER, MÖRSCH kuratiert von Matthias Weber

Eröffnung Do, 12. Juni, 19 − 21 Uhr
Einführung: Matthias Weber

Fotos der Eröffnung

Skulptural anmutende Dominosteine in Hyper-Realität, Betonmasken, die sich als Einmann-Bunker-Modelle entpuppen und eine im Dunkeln fluoreszierende Malerei, die minimalistische Material-Überraschungen bietet – Mathias Lanfer, Dirk Meinzer und Stephan Mörsch führen mit wenigen ausgewählten Werken auf kleinstem Raum vor, welche Wirkungsmacht das Einzel-Kunstwerk im dreifachen Dialog außerhalb der eigenen Werkgenese haben kann. Zu sehen sind sie ab 12. Juni in der museal gestalteten Schaufenster-Vitrine und dem Raum hinter der „Auslage“ in der Galerie Brigitte Garde.

Als Luc Tymans 1992 eine seiner Malerei-Werkgruppen mit „Der diagnostische Blick“ betitelt, bezieht er sich auf ein medizinisches Standardwerk gleichen Titels, das Medizinern relevante phänotypische Merkmale in Bild und Text als visuellen Erfahrungsschatz an die Hand gibt. Analog zum klinischen Blick des Arztes haben die drei hier vorgestellten Künstler - die durch ihr künstlerisches Werk den Blick auf die Realität fokussieren – diese Realität auch mit kühler, sezierender Übersteigerung des Objektiven in eine künstlerische Haltung verwandelt. Viele der gezeigten Arbeiten werden zum ersten Mal ausgestellt. Gemeinsam ist den beteiligten Künstlern, dass sie sich jeweils vieler künstlerischer Medien (Skulptur, Zeichnung, Malerei, Video und Fotografie) bedienen und neben der eigenen Arbeit auch die Lehre an Kunsthochschulen als Teil ihrer künstlerischen Profession begreifen.

Mathias Lanfers nüchtern inszenierte Makro-Fotografien wirken auf den ersten Blick wie Pop-Art oder objektive Lexika-Abbildungen. Erst auf den zweiten Blick eröffnen sich zwischen Lebkuchen, Marzipan und Gelee-Schichten Abgründe und Materialanmutungen, die über lecker und klebrig hinausgehen. Die diagnostische „bildhauerische“ Qualität dieser Arbeiten zeigt die Grenzen von zwei- und dreidimensionaler Wirkung auf. Dirk Meinzers neue Arbeiten oszillieren vor allem in den Großformaten zwischen Abstraktionen klassischer Farbfeld-Malerei und der ihm eigenen Experimentierfreudigkeit mit ungewöhnlichen Bild-und Farbmaterialien. Die vielfach über- und untermalten Tableaus sind ein geschichtetes Abarbeiten an der letztgültigen Form. Meinzer befragt in seinen ornamentalen Abstraktionen die  magische Ordnung der Dinge. Stefan Mörsch hat ein hermetisches Refugium in seiner Form der Skulptur gefunden. Er baut Modelle, zumeist im Maßstab 1:10. Dabei ist die Themenfindung seiner „Nachbauten“ stark geprägt von einem gesellschaftspolitischen Interesse.  So finden sich in dieser Ausstellung aus Zement gegossene Nachbildungen von Bunkern und Nachbauten fiktiver Plakatwände mit real existierenden Anweisungen zum Schutz vor dem atomaren „fall-out“ wieder. Die Billboards vereinen hier Zeichnung, ein weiteres Medium seiner Arbeit, mit dem skulpturalen Modell.

„Der diagnostische Blick“ ist ein verdichtetes Ausstellungsprojekt, in dem die Künstler mit quasi-wissenschaftlicher Recherche (Mörsch), haptischer Makro-Überformung (Lanfer) und einem magischen Guerilla-Alchemismus (Meinzer) die Frage nach der Konvergenz zwischen Inhalt und Form neu stellen.
(Text: Matthias Weber) 

Kurz-Biografien
Mathias Lanfer *1961 in Südlohn i. Westf., lebt und arbeitet in Heiligenhaus bei Düsseldorf // Design Studium an der Fachhochschule Aachen, Studium der Malerei an der Jan van Eyck Akademie Maastricht, an der Rijksakademie Amsterdam und Studium der Bildhauerei //Meisterschüler bei Anthony Cragg, Kunstakademie Düsseldorf. Arbeitsschwerpunkte sind Skulpturen, Projekte im öffentlichen Raum, Lehraufträge in der Gestalt und Formfindung. Projekte der letzten Jahre waren unter anderen thermoplastische Tauchprozesse, Biegetechniken am Roboter, High Speed Videos, Makro Fotografie; „Domino“, „Laufender Meter“, “Urban Heroes“ Ruhr 2010, „Echo“, Leibniz Rechenzentrum Garching
Dirk Meinzer *1972 in Karlsruhe, lebt und arbeitet  in Hamburg und Deinste // 1997 – 2004 Studium und Diplom der Freien Kunst bei Claus Böhmler, HFBK Hamburg // 2010 - 2011 Lehrauftrag an der HFBK Hamburg // zahlreiche Stipendien: 2014 Kunst-Residenz, Bad Gastein, Österreich / 2014 Daniel Frese Preis, Lüneburg // zahlreiche Einzel - und Gruppenausstellungen, u. a. 2014  Odradeks, Städtische Galerie Zeven / 2013  Wenn das Paradies fliegen lernt…, Kunsthaus Stade / Papawata II, Rauchsalon, Secessionen, Wien, Österreich / Dunkelzwang, Galerie St. Gertrude, Hamburg / 2012 Immer des Nachts…, Städtische Galerie Reutlingen / Immer des Nachts II…, Galerie Feldbuschwiesner, Berlin / 2010 Seufzen, Galerie Olaf Stüber, Berlin / Seks is Meer, Van Abbemuseum, Eindhoven, Holland
Stephan Mörsch *1974 in Aachen, lebt und arbeitet in Berlin // Studium Kunstgeschichte/Neuere Deutsche Literatur/ Vergleichende Religionswissenschaften, Universität Bonn, Akademie der Bildenden Künste, Maastricht, Hochschule für bildende Künste, Hamburg  //zahlreiche Ausstellungen, u.a.  Kunsthalle Düsseldorf,  MARTA Herford,  Ludwig Forum, Aachen und Kunstmuseum Bonn // seit 2012 Professor für Raumstrategien an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Peter-Jörg Splettstößer, Fenster ( Paris), 2013, Acryl, Lwd, 150 x 90 cm
Peter-Jörg Splettstößer, Fenster ( Paris), 2013, Acryl, Lwd, 150 x 90 cm

11/04/ bis 17/05/14

PETER-JÖRG SPLETTSTÖSSER

»zurück aus Paris«

Eröffnung Do 10. April, ab 18 Uhr

Der Künstler ist anwesend

 

Der Maler und Konzeptkünstler  Peter-Jörg Splettstößer ist seit Jahrzehnten in Worpswede zuhause - künstlerisch aber bewegt er sich zwischen dem Dorf im Teufelsmoor und den Metropolen Europas. Er wechselt die Ateliers, lebt und arbeitet zeitweise in Rom, Paris, Amsterdam und Berlin. Gerade ist er aus seinem Pariser Gastatelier in der Cité International des Arts auf dem Montmartre zurückgekehrt, mit neuen Arbeiten im Gepäck, die jetzt in unserer Hamburger Ausstellung zu sehen sind.

In verschiedenen künstlerischen Medien beschäftigt sich Peter-Jörg Splettstößer mit der Subjektivität von Wahrnehmung. Für seine Pariser  "Fensterbilder" nutzt er ein Fensterformat  füllendes Gitter aus dem Baumarkt, dessen metallene Quadratausschnitte er jeweils mit Papier völlig abdeckt. Nur jeweils ein einzelnes Feld gibt den Blick auf das Außen frei, fokussiert den Ausschnitt, auf den Splettstößer malerisch reagiert - um es nach dem Malakt sogleich wieder zu verhüllen. Feld um Feld, Ausschnitt um Ausschnitt, von oben links bis unten rechts, wiederholt er das Prozedere und schafft damit  zunächst das Fundament für die Arbeit am Gesamtbild, in dessen Verlauf sich aus der Summe seiner Teile ein zeit-räumliches, fast filmisch anmutendes bewegtes Ganzes bildet.  Hier entsteht weit mehr als ein interessantes Konzept visueller Übersetzung. Splettstößer reflektiert nicht nur die Eigenschaften, Bezugssysteme und Wirkungen des Sehens, oder auch auf  die "Fragmente" erweitert, von Gemälden, sondern macht diese Untersuchungen selbst zum Bestandteil seines Werkes. Die Erweiterung um die Bedingungen und Wirkungen, um das „unsichtbare Ganze“ der Malerei (Hanne Zech), gehört ganz wesentlich zu seinem Werkbegriff.

Susanne Möhring, hortus conclusus, 2010, Öl a. Lwd, 100 x 80 cm
Susanne Möhring, hortus conclusus, 2010, Öl a. Lwd, 100 x 80 cm

28/02/ bis 29/03/14

SUSANNE MÖHRING

«hidden landscapes»
Eröffnung Do, 27. Febr, 18 - 20 h
Die Künstlerin ist anwesend.


Garten der Unschuld, versteckter Garten, wilder Garten, verlassener Garten — oder Garten der Lüste? Wilde Pinselstriche fallen auf weiße, ungrundierte Leinwände. Üppige Grüntöne füllen in Susanne Möhrings Tryptichon "hortus conclusus" den Bildraum, überlagert und durchdrungen von lichtem Gelb, zartem Rosa und Grau, geben sie hier und da den Blick frei auf ein kleines, verstecktes, sinnliches Rot. Aber Maria, sagt Susanne Möhring, hat den Garten schon verlassen... Für ihren "hortus" Zyklus mit Malerei und Zeichnung, der 2010 zugleich Abschlussarbeit ihres Malereistudiums war, hat sich Susanne Möhring nicht nur von Darstellungen mittelalterlicher Paradiesgärtlein und den Interpretationen des erotischen Hohelieds inspirieren lassen, sondern auch von literarischen Garten-Quellen, etwa aus Flauberts Ehebruch Roman Madame Bovary. Detailreich, genau und in überbordendem, freien malerischen Gestus übersetzt sie eines der ältesten Bildmotive der Kunst ins Heute. Eine Malerei, die vom virtuosen Spiel mit Linie und Fläche, lichter Farbigkeit und tiefstem Dunkel lebt und in ihrer Luftigkeit zuweilen an die lyrisch-abstrakten Werke der großen Joan Mitchell erinnert. 

Susanne Möhring,  *1980, lebt und arbeitet in Berlin.
2000 bis 2003 Studium Kunstgeschichte, Freie Universität, Berlin // 2003 bis 2010 Studium Malerei, Grafik und Französisch am Caspar-David-Friedrich-Institut, Universität Greifswald // 2006/ 2007 Studium an der Faculté des Arts, Université de Picardie Jules Vernes, Amiens (Frankreich) // Seit 2011 Mitglied in MONUMENTAL Konstnärernas Kollektivverstäder Malmö, Schweden
STIPENDIEN UND AUSZEICHNUNGEN
März 2011 Arbeitsstipendium durch das Künstlerhaus Lukas in der Werkstatt Monumental; gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, in Malmö (Schweden) // 2006 1. Preis der „Insomnale“ -  Institutswettbewerb des Caspar-David-Friedrich-Instituts, Universität Greifswald

Hamburg Binnenraum III, Marseiller Straße, 2013
Hamburg Binnenraum III, Marseiller Straße, 2013

07/01/ bis 15/02/14

MICHAEL JÄRNECKE

Projektraum Fotografie
Zur Anschauung kommen Ausstellungsvorbereitungen zu
»Hamburg in hoher Auflösung«

 

Text: Michael Järnecke
»Über kurz oder lang wird die Stadt eine andere sein. Ohne dass ihre Bewohner oder der Rat der Stadt (Hamburg) es bemerkt hätten? Die Frage nach dem Wesen einer Stadt durch all ihre Veränderungen hindurch beschäftigt mich, seitdem ich die Dynamik ihrer Entwicklung irritiert und fasziniert beobachte. Die Ästhetik der Stadt, die Wandlungen ihrer Erscheinungsform, ihres Ausdrucks, die Sinnlichkeit und Geistigkeit ihrer Architektur, Straßen, Bewohner, Häuser, Zugänge, Ausgänge.

Das Konzept einer Ausstellung zu »Hamburg in hoher Auslösung« verschränkt  a) das hohe Auflösungsvermögen der Großformatfotografie b) mit dem Zustand Hamburgs als einer Stadt, die in tausenden von Quartieren punktuell wie flächig abgerissen und neu wieder aufgebaut wird c) mit der impressionistischen Auflösung meiner fotografischen Fahrt-Aufzeichnungen der Stadt.

Das thematisch gebundene Arbeiten über sehr lange Zeiträume erfordert ein zwischenzeiträumliches In-die-Anschauung bringen des sich stetig vermehrenden  Materials, der wachsenden Zahl von Großformataufnahmen, der digitalen dokumentarischen Aufnahmen, von historischen Aufnahmen und Dokumenten, Büchern, Ansichtskarten, Grafiken, Drucken, Souveniers und anderem Strandgut. Das Vergegenwärtigen, Sichten und Verdichten des ästhetischen und dokumen-tarischen Materials erfolgt im Ausstellungsraum.  Er gewährt gewissermaßen einen Einblick in die Werkstatt von Ausstellungs- und Buchgestaltungen thematischer Fotografie und zugleich des thematischen Denkens. Motiv und Impuls für diese Arbeit kann man auch als Strategie der Orientierung verstehen. Wo bin ich? Was geht hier vor?  Worauf will ich hinaus?«

 

 

Dieter Rogge, Roma, Panorama del Foro Romano, 2010
Dieter Rogge, Roma, Panorama del Foro Romano, 2010

25/10/13 bis 04/01/14

DIETER ROGGE
»Nutzlose Dinge und luftige Orte«

Eröffnung 25. Okt, 18 Uhr
Einführung: Dr. Rainer Beßling

Dieter Rogge liebt den Perspektiv-Wechsel. Seit den 1990er Jahren zeichnet der Bremer Künstler großformatige, multiperspektivische Stadtlandschaften aus schwindelerregender Höhe  - und parallel wundervolle Miniaturen im DIN A 5 Format, die einer skurrilen Dingwelt entlehnt scheinen.So wächst und wächst ein konsequentes, überraschendes Gesamtwerk, für das er 2004 den Preis der Großen Kunstausstellung NRW, Düsseldorf erhielt. Die aktuelle Hamburger Ausstellung in der Galerie Brigitte Garde zeigt nun ab  25. Oktober eine Auswahl aus diesen Werkgruppen.

Für seine Stadtzeichnungen, hier das Forum Romanum, nutzt Rogge für seine Bildfindung zunächst Fotovorlagen aus der Vogelperspektive und speist sie mit eigener Anschauung und Erinnerung. In einer verwirrenden Vielzahl zeichnerischer Aktionen überzieht er das Blatt mit feinen Lineaturen, Schraffuren und starken Verdichtungen, wechselt wieder und wieder die Perspektive  - und überlässt dabei dem Betrachter keinen eindeutigen Standpunkt. Bildbestimmend bleibt die expressive Geste und ein opulentes All-over-Prinzip. Das schier nicht zu überschauende Bildmotiv wird zur entgrenzten Zeichnung, die über das Blatt hinaus weist und allein durch das Format an ein Ende gebracht wird.

In der kleinformatigen Serie  "Jane's Airport Equipment" dagegen schöpft er aus einem riesigen Fundus von Gegenständen aus Technik und Alltag. Sie sind Impuls und Anlass für eine Zeichnung, die am Ende allein sich selbst genügt. Was immer sich als eindeutige Formulierung zeigt, bleibt doch offen im Hinblick auf eine Funktion oder einen Nutzen. Collageelemente, Ölkreide und Graphit verbinden sich zu Kompositionen, die Lust machen,  sich einer verrätselten Gegenständlichkeit zu nähern.

 

Dieter Rogge, * 1946, lebt und arbeitet in Bremen
1968 bis 1973 Studium Kunstpädagogik u. Politik, PH u. Universität Bremen
1975 / 76 und 1986 / 93 Lehrbeauftragter an der Universität Bremen für Künstlerische Praxis. 2004 Preis der 'Großen Kunstausstellung Nordrhein Westfalen', Düsseldorf / Ausstellungen siehe Künstler

 

Wolfgang Lüttgens, Rose, 2013, 50 x 40 cm, Collage
Wolfgang Lüttgens, Rose, 2013, 50 x 40 cm, Collage

13/09/ bis 18/10/2013

Wolfgang Lüttgens
»Rose is a rose...«
Eröffnung Fr 13. Sept,  18 - 21 h

 

Wie viel braucht es, um ein Ding als das wahrzunehmen, was es ist  - oder zu sein scheint? Zum Hamburger Saisonstart lässt Wolfgang Lüttgens in der Galerie Brigitte Garde winzige, kreisrund gestanzte Fragmente einer Fotografie einer Rose auf einer rosa getönten Wand schweben. Obwohl die planetenartig versprengten farbigen Partikel nur einen Durchmesser von 6  - 16 mm haben und nur einen kleinen Ausschnitt zeigen, können sie im Auge des Betrachter auch aus größerer Entfernung das vollständige Bild einer Rose hervorrufen. Weitere Elemente dieser Wandarbeit, die sich ebenfalls thematisch mit dem Rosenmotiv beschäftigen, ergänzen diesen Eindruck.

Des weiteren sind aktuelle Arbeiten aus der Reihe der "Atelierbilder" zu sehen, in der  sich stark fragmentierte oder veränderte Ansichten aus dem Atelier des Künstlers mit Aquarellmalerei verbinden. Die Verschiebungen der fotografischen Realität führen zu neuen bildnerischen Räumen mit Eigenleben, die nur noch schemenhaft auf die ursprüngliche reale Raumsituation verweisen...

Wolfgang Lüttgens, * 1957, lebt und arbeitet in Köln. Studium 1979 - 1980 Kunst- und Sozialwissenschaften an der GH Duisburg // 1980 -1986 FH Design Aachen (Malerei / Zeichnung / Fotografie). Einzel- (E) / Gruppenausstellungen (G) u. Projekte (Auswahl) 2013 Raumteiler, krause kunst raum, Köln (E )// Dialog, KARO Kunst, Essen (mit Thomas Kemper) (E) // Wahlverwandtschaften, Städtische Galerie Villa Zanders, Bergisch Gladbach (G) (Kat.) // 2011 range,Japanisches Kulturinstitut, Köln (Dialogausstellung) (E) Kat. // wiedersehen, Kunstverein Bochum, Haus Kemnade (G) // 2009 VON INNEN UND AUSSEN, Epsonkunstbetrieb, Düsseldorf (E) // 2008 VIEW,  art in residence project at the bluecoat, Liverpool (E) // Große Kunstausstellung NRW, Düsseldorf (G) (Kat.) // „...darf es etwas weniger sein?", pp projects, Hamburg (G) // Multiple Manipulationen, Halle 10, CAP-Cologne e.V., Köln (G) // 2007 Die Gesänge, Kunstverein Bochum (E) // Kisten + Kästen, BIS, altes Museum, Mönchengladbach  (G) // 2006 Brühler Kunstverein (E) // 2005 C'est une rose, Vitrine Paulin (Organisé par Cent lieux d'art), F. Solre le Chateau  (E) (Kat.) //  20x20, Kunstverein Region Heinsberg (G) (Kat.) // was bleibt, Rathaus Puhlheim (E) // 2003 Raum für Kunst, Elisengalerie, Aachen (Kat.) // Collaboration, Liverpool // u.v.a.m

 

 

17/05/ bis 29/06/2013

Anne-Christin Lohrmann »Someday the Silvermoon«
Zeichnung, Malerei, Druckgrafik


Eröffnung Donnerstag, 16. Mai, 18 - 21 Uhr

 

 Wer kennt sie nicht, die fabelhaften Abenteuer der Alice im Wunderland. Seit 150 Jahren zieht die eigenwillige kindliche Protagonistin des Weltbestsellers von Lewis Carroll gleichermaßen Kinder und Erwachsene in ihren Bann - und immer wieder  Künstler aller Sparten. 2012 widmete ihr die Hamburger Kunsthalle  eine umfassende Schau im Spiegel der Kunst. Zehn Jahre zuvor veröffentlichte Tom Waits nach der Bühnenfassung mit Robert Wilson sein grandioses  Album »Alice«. Und inspirierte mit seinen brüchig-melancholischen Stücken wiederum die Hamburger Zeichnerin und Illustratorin Anne-Christin Lohrmann ( * 1974).   Ihr 60-teiliger Alice-Zyklus, 2002 einmal im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg im Rahmen der Gruppenausstellung "Kindheitsmuster" von Studierenden der HAW gezeigt, ist nun als großer Wandfries in unserer Einzelausstellung von Anne-Christin Lohrmann zu sehen  - zusammen mit neuen Zeichnungen, Malerei und Druckgrafik der Künstlerin.

In sechs Kapiteln nähert  sich Anne-Christin Lohrmann den paradoxen Dialogen zwischen Alice und den illustren Bewohnern des Wunderlands in phantastisch freien, gestisch-figurativen und nicht zuletzt sehr persönlichen Zeichnungen. Textfragmente von Lewis Caroll und Tom Waits am Blattrand verbinden die Bildfolge, stehen aber oft im reizvollen Kontrast zur rätselhaft freien Komposition jedes einzelnen Blattes. Alice's Metamorphosen finden sich hier übersetzt in meisterlich reduzierte Miniaturen. Traum- und Albtraum-Sequenzen, getragen vom rauen, melancholischen Groove der Songs von Tom Waits.

 

Anne-Christin Lohrmann, * 1974, lebt und arbeitet seit 1998 in Hamburg.
Studium 1998-2005  Illustration u. Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, u.a. bei Klaus Waschk,  Ruediger Stoye, Eun Nim Ro und Anke Feuchtenberger // Stipendien 2003 Förderpreis der Hans-Meid-Stiftung für Buchillustration // 2003 Stipendium der Lichtwark-Gesellschaft für Pentiment (internationale Akademie für Kunst und Gestaltung) // Buchillustrationen u.a. 2009 Buchillustrationen zu Charles Baudelaire, "Le Joujou du pauvre", Passage Piétons Editions, Paris // Ausstellungen: weiterlesen....

 

 

08/03/ bis 03/05/13

Matthias Weber »juu na chini« - Malerei

Eröffnung Fr 8. März 18 Uhr

Matthias Weber, africaspirants.2, 2012 , Foto:
Matthias Weber, africaspirants.2, 2012 , Foto:

Anfang März erhielt Matthias Weber den Kunstpreis der Dr. Marlene-Trentwedel-Stiftung.  Parallel zur Kunstpreis Ausstellung in Bremervörde  zeigen wir seinen aktuellen Afrika-Zyklus. Die Schau ist als offene Inszenierung für den 20 qm  großen Galerieraum angelegt. Im wöchentlichen Wechsel der Arbeiten werden immer neue Werk-Konstellationen entstehen und im Verlauf der Ausstellung den gesamten Zyklus aufblättern.

 

Mzungu oder von einem, der auszieht, die Welt von den Rändern aus zu betrachten 

juu na chini« — »oben oder unten« betitelt Weber seine neue Werkreihe, die er 2012 unmittelbar nach seiner Afrika-Reise begonnen hat. Einen Monat lang arbeitete er in einem Waisenhaus in Busia im Südwesten Kenias. Dort ist er »mzungu«, der weiße Europäer, der sich um die medizinische Versorgung der Kinder kümmert, mit ihnen lebt, sie unterrichtet, mit ihnen zeichnet. Und nebenbei Wandbilder an die Waisenhaus Wände malt. "Dennoch", sagt Matthias Weber heute, " habe ich keine Idee, was Afrika ist. Ich kann über Afrika wenig erzählen." Afrika ist für ihn ein Konstrukt. Die künstlerischen Bilderwelten entstehen im Atelier, sind Kopfreisen und Kristallisationspunkte des Unbewussten.

Weber arbeitet auch in diesem Zyklus mit starken Materialschichtungen. Beklebt, übermalt, schichtet einmal angelegte Figurationen wieder und wieder, lässt sie durch lasierende Farbaufträge oder transparente Papiere durchscheinen, schleift hier und da Farbe und Material wieder ab, um das Unten wieder an die Oberfläche zu holen. So entstehen opulente Tableaus, Materialschlachten aus Gewebe, Papieren, Pappmache, Holz, Metall, Farbresten. In der Reihe der afrikanischen Köpfe nehmen sie bisweilen reliefartige, skulpturale Dimensionen an. Gesichter in den Farben und Texturen verbrannter Erde, zerklüfteter Landschaften, Jahrtausende alten Gesteins. Die großen Formate »africaspirants.1, 3 und 4« scheinen für den gesamten Zyklus mustergültig. Kompositorisch wie eine Aufsicht auf eine Landschaft oder einen Kontinent aufgebaut, spielen sie mit der Illusion einer Küstenlinie, einer Insel, vom Meer umsäumt, um schon beim zweiten Blick die Perspektiven kippen zu lassen, sie zu brechen. Linien, Schraffuren, Gitternetze, Lasuren von Farbschichten dominieren den Bildgrund, die Farbflächen erinnern an verschlissene Fassaden, alte Hauswände. Hier und da scheint die Anmutung eines Gesichts durch, dort tauchen einzelne eingestreute Figuren aus Zeitungsausschnitten aus dem Grund hervor. Afrikaner in Bewegung, im gleichen Groove schreitend. "Der ganze Kontinent ist permanent zu Fuß unterwegs - bei gleichzeitiger stoischer Ruhe. Zum Beispiel, um sieben selbst geerntete Bananen am Straßenrand zu verkaufen." erinnert sich Matthias Weber. Und lässt in seinem Bild africaspirants_1 zwei magische Figuren bewegungslos, wie in einer Spiegelung, an einem Abgrund verharren.»juu na chini« - oben oder unten?  Im Wasser taucht die Silhouette eines Pferdes auf. Unter einer Landzunge die Spiegelung einer Erdscheibe. Afrika? Grandiose Aussichten von den Rändern der Welt.

 

18/01/ BIS 02/03/13

MICHAEL JÄRNECKE  »Fahrten - Passanten«

Analoge Fotografie

Eröffnung Fr 18 januar, 18 Uhr

Michael Järnecke, Fahrten_Passanten
Michael Järnecke, Fahrten_Passanten

»Die Ausstellung zeigt zwei Arten von Fotografie. Zum einen analytische Fotografie, die aufzeichnet, was wir mit dem bloßen Auge so nicht sehen können: Strukturen der Stadt, der Topografie, der Straßen- und Lichtführung, Verkehrsflüsse. Zum anderen beiläufige Fotografie, die abbildet, was wir nur allzu oft im Stadtbild wahrnehmen, etwa fußläufige Bewohner, die Verkehrsflüsse kreuzen.

Die Fotografien sind Teil einer Feldforschung und eines Buchprojekts zur Topografie, Siedlungsgeschichte und Stadtbild Hamburgs. Ein Impuls dafür geht auf mittelalterliche Stadtdarstellungen zurück, in der jeweils eine einzige Darstellung ausreichte, um eine Stadt zu zeigen, das Panorama einer Stadt:  »Das ist Hamburg«. Phänomenal! Ich begann, Aussenansichten auf Hamburg aufzunehmen, von der Landseite aus, mich der Stadt in der Ebene auf den vorgegebenen Straßen nähernd. In der Ausstellung sind es die Aufnahmen von Westen kommend, entlang der Straßen- und Deichlinien Kohlenhusen, Hinterbrack, der Stadtgrenze Groß-Hamburg, Cranz, Finkenwerder, Elbunter- oder Überquerung; dann verzweigen sich die Fahrten je nach Fahrtziel.


So interessant diese Aufnahmen dokumentarisch oder fotografisch ästhetisch sein mögen - ihr Kern besteht in der Abwesenheit von »Hamburg«. Kein "Hamburg" ist zu sehen. »Mal ein schönes Foto von Hamburg machen...«  Es ist gar nicht so einfach, einleuchtend zu erklären, warum die vielen schönen Fotos, die es von Hamburg gibt, nicht das sind, wovon hier die Rede ist. Ausschau haltend nach einer einzigen Aufnahme von der Stadt fand ich mich rasch in einer Unternehmung mit tausenden von Aufnahmen wieder — und dem Wissen um das Entschwunden-Sein älterer Einheiten wie Stadtmauern, Kirchturmpanoramen, Kaufleuten, Dienstmägden, Hafenarbeitern. Und mitten in meinem künstlerischen Eigensinn, nicht auf ein Ganzes der Stadt verzichten zu wollen.   

Es ist zu vermuten, dass im Prozeß der wachsenden technischen Möglichkeiten, die Dinge darzustellen und sie zu beherrschen, sich die Dinge diesem Zugriff entzogen haben; in unserem Fall die Städte, die sich entgrenzten und ins Uferlose wuchsen. Mit der analytischen Fotografie gelang es mir, für mich selbst in der ausgefransten und entgrenzten Stadt gewisse Einheiten zu erzeugen, mir Überblicke zu verschaffen, Teile von Ganzheiten zu generieren. Die Einheit von Strecken zum Beispiel,  die ich fast täglich fahre. Das ist nicht alles, aber immerhin ein ganzes Teilstück. Unterwegs, mit der Kamera und den eigenen Gedanken, geht es mir darum, in der Gegenwart zu sehen, was verschwunden ist und verschwindet, um zu einer Durchsicht der Sedimente zu gelangen.« (Text: Michael Järnecke)

 Medien

 Artikel im Hamburger Abendblatt Kultur & Live vom 28.01.13

Videoclip: Fahrten_Passanten als Ausstellungstipp im Tide TV

 

12/12/12 bis 12./01/13

WINTERSALON    

Eröffnung Mi 12. Dez 18 - 21 Uhr

 

Mit Arbeiten von Stefanie Beulshausen * Ella Klenner * Stewens Ragone & Annette Reichardt *  Dieter Rühmann * Maren Schimmer  * Ana Schönsteiner * Matthias Weber

 

Im Dezember rundet sich unser erstes Galerie-Jahr im Stellinger Weg:  Zehn Ausstellungen auf zwanzig Quadratmetern. Mit Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und  Installationen von elf Künstlerinnen und Künstlern. Ein großes Dankeschön allen Beteiligten, die diese Ausstellungen möglich gemacht haben und allen neuen Sammlern und Freunden der Galerie für das rege Interesse! Damit wir uns noch ein bisschen länger freuen können, gibt's im wintersalon ein Wiedersehen mit den Künstlern aus 2012 und  einer Auswahl an  kleinformatigen Arbeiten - in opulenter Petersburger Salonhängung.

Ragone & Reichardt, Ladykiller, 2012, Eitempera auf Lwd, 40 x 40 cm
Ragone & Reichardt, Ladykiller, 2012, Eitempera auf Lwd, 40 x 40 cm

19/10/ bis 17/11/2012

 

Stewens Ragone & Annette Reichardt
»Weil ich es mir wert bin.«

Malerei, Druckgrafik

 

Ein zeitgenössisches Bond-Girl in rosa Wollmaske zielt als Ladykiller gnadenlos auf den Betrachter. Daneben strahlt eine Lockenwickler-Lady mit Kaffeetässchen unter der Trockenhaube vom farbstarkem Bildgrund. Mickymouse posiert mit Maschinenpistole als Bodygard, derweil Malerfürst Lüpertz mit Krönchen auf dem Haupt Sigmar Polkes Slogan  "höhere Wesen ..."  persifliert. »Weil ich es mir wert bin« titeln Stewens Ragone und Annette Reichardt ihre aktuelle Ausstellung mit Gemeinschaftsbildern, mit denen sie erstmals in Hamburg zu sehen sind. Auf meisterlich komponierten Hintergründen versammeln sie kleine und große Helden, die aus aus den Kindertagen visueller Medien zu kommen scheinen - Kinder, Hunde, sexy Pin-Ups, smarte Jungs, Werbe-Ikonen, Film-, Grusel- und Hassgestalten. Spannungsvoll verschränken Ragone & Reichardt gegenstandslose, tiefenräumliche Malerei mit ihrem akribisch ausgeführten Bildpersonal, bereiten für jeden ihrer Protagonisten die große Bühne. Ihre Eitempera-Bilder rühren mit verführerischem Retro-Charme ans kollektive Bildgedächtnis. Wir erkennen sie und unsere (deutsche) Geschichte wieder in den großen Posen, den kleinen Gesten und Momenten, die da temporeich auf großen und kleinen Leinwänden inszeniert sind - schräg,ironisch, hintergründig, liebevoll, oft doppelbödig und zuweilen bitterböse.   

Stewens Ragone (*1960) und Annette Reichhardt (*1962) haben beide an der HfbK Braunschweig  studiert;  Ragone bei L. v. Monkiewitsch und vor allem bei  H.P. Zimmer, dessen Meisterschüler er später wurde, Annette Reichardt bei J. Brus, H.P. Zimmer und Thomas Virnich. Nach erfolgreichen Solo-Karrieren gibt's das Künstlerpaar mit Atelierloft in Köln-Bonn seit 2005 fast nur noch im Doppelpack. Aus ihrem Projekt »Fifty-Fifty« zeigen sie eine Auswahl aktueller Gemeinschaftsbilder und druckfrische Grafiken aus eigener Handpresse.

Maren Schimmer, Wohnzimmer im Freien, 2011, Ölfarbe und Buntstift auf Holz, 180 x 120 cm
Maren Schimmer, Wohnzimmer im Freien, 2011, Ölfarbe und Buntstift auf Holz, 180 x 120 cm

 

MAREN SCHIMMER

»In dürren Blättern säuselt der Wind«

08/09/ bis 13/10/2012

 

Fotos der Eröffnung

 

 

Man muss Kafkas 'Verwandlung' nicht kennen, um in den Sog der fabelhaften Bildwelten von Maren Schimmer zu geraten. Vor opulenten Tapetenmustern, farbstarken Fliesen und dunklen Wandmalereien arrangiert sie bürgerliches Mobiliar zu heimelig anmutenden Interieurs. Doch was auf den ersten Blick vertraut scheint und wohnliche Geborgenheit suggeriert, ist trügerisch, verwandelt sich schon im nächsten Moment. Perspektiven kippen, Ornamentflächen auf Wand und Boden heben das Raumgefühl auf. Gegenstände mutieren zu grafischen Formen. Ecken und Winkel des Raumes tauchen ins Dunkel, brechen die Behaglichkeit, bieten Hinterhalt und Versteck... Schon während ihres Malereistudiums an der HfBK Hamburg bei Werner Büttner und Hanne Loreck hat sich Maren Schimmer (*1983) mit den bildnerischen Möglichkeiten des bewohnten Raumes beschäftigt und daraus eine Werkreihe geschaffen. In ihren Malereien und Zeichnungen von Interieurs untersucht sie das Unheimelige, das unberechenbare Fremde als Teil des Anheimelnden.  "Der bürgerliche Ort des Innenraumes", sagt Maren Schimmer und zitiert damit Walter Benjamin, "verkörpert das Bedürfnis nach Zerstreuung oder Verklärung. Das Interieur ist belegt mit phantastischen Bildern. Wir legen all unsere Träume und geheimen Gedanken hinein. Es bietet Raum für Phantasmen, Raum für bildhafte Erinnerungen."  Walter Benjamin geht in seinem Passagen-Werk noch einen Schritt weiter: "Das Interieur ist Zufluchtsstätte der Kunst. Der Sammler ist der wahre Insasse des Interieurs. Er macht die Verklärung der Dinge zu seiner Sache."

 

Maren Schimmer, * 1983 in Henstedt-Ulzburg, lebt und arbeitet in Hamburg.
2007 - 2012 Studium der freien Kunst an der HfBK Hamburg bei Werner Büttner und Hanne Loreck // Febr 2012 Diplom. //Gruppen-Ausstellungen ( Auswahl):
2012 “Shelterhut“, Kunst-Nah, Hamburg / Diplomausstellung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg // 2011 „Ballern mit Bolle“, Elektrohaus in Hamburg / Hiscox – Kunstpreis Nominierung, Kunsthaus Hamburg/„Radikale Positionen im Gesicht“,  Galerie der Hochschule für bildende Künste Hamburg  / „No Man´s Art Gallery“,  Hafentor7 , Hamburg / „Heckenspringen“,  Frappant, Viktoriakaserne Hamburg / 2010: Häkelschnittblumen“,  Vorwerkstift Hamburg,  u .a m.

 

 

S O M M E R G Ä S T E

MAJA OTT -  Malerei /  HUBERT MAIER - Skulptur
03/08/ bis 03/09/12

 

Maja Ott, * 1960 in  Bad Reichenhall //  Ab 1977 Teilnahme an verschiedenen Klassen der Internationalen Sommerakademie Salzburg, u. a. bei Hake, Corneille und Vedova // 1985 -1990  Studium Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Helmut Sturm, 1990 Abschlussdiplom als Meisterschülerin.

Maja Ott lebt und arbeitet als freischaffene Künstlerin in Moosach bei München und Bohuslän, Schweden. Ausstellungen ( Auswahl):  2012 Städtische Galerie Rosenheim // 2010 Galerie Grewenig  / Nissen // 2008 "Lorem ipsum", München / 2007 Kunst am Kanal, Berg// 2006  Cordonhaus Cham / KKV Bohuslän, Schweden / Camera artis, München // 2005 Kunsthalle 11 Rheinberg // 2004 Galerie Helmut Leger, München // 2003 Kultur unter der Brücke, Wien // 2001 Rathaus Unterschleißheim, München // 2000 Galerie Helmut Leger, München / 2000 Kunsthalle Tübingen // 2000 Galerie der Stadt Salzburg // 1999 Kunst der Gegenwart aus Bayern, ZDF, Mainz //  1997/1995/1993/1992/1989   Galerie Helmut Leger,  München //

 

Hubert Maier, *1960 in Bad Reichenhall // 1982 - 88  Bildhauerstudium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Leo Kornbrust, Abschlußdiplom als Meisterschüler. Hubert Maier lebt und arbeitet seit 1988 als freischaffender Bildhauer in Moosach bei München und Bohuslän, Schweden.  Ausstellungen (Auswahl):  2012 Städische Galerie Rosenheim // 2011 Galerie Pro Arte Hallein // 2008 Kunstverein Ebersberg // 2005 Cordonhaus Cham // 2003 Kunstverein Rosenheim // 2001 Omvandling  Karlsborg/Schweden //  2000  Künstlerhaus am Lenbachplatz, München// 1999  "Steine am Wasser" Göteborg// Preise / Stipendien: 2004 Seerosenpreis der Landeshauptstadt München //   2001  1. Preis Internationaler Gestaltungswettbewerb - Granit im öffentlichen Raum //   2000  Gestaltatelierstipendium Maltator Österreich // 1989  Förderstipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst //
1992  Atelierhausstipendium Worpswede //  1997 Bohuslän Steinstipendium Schweden// Symposien: 2009 Baroda, Indien // 2001 Cannole, Italien // 2001 Trier, D // 2000 Pusan, Süd Korea // 1999 Flörsheim, D //1994 Hall, Österreich // 1992 Huben, Österreich //1990 Steinsberg, D //1989 Hirzheim, D.//Lehraufträge: 1994 / 2004 / 2009/ 2011 Leitung der Bildhauerklasse an der Sommerakademie Salzburg

 

© Dieter Rühmann, Finale, 1973, Fotoleinwand bemalt, mit Kreide beschriftet
© Dieter Rühmann, Finale, 1973, Fotoleinwand bemalt, mit Kreide beschriftet

Dieter Rühmann »... macht die Kunst kaputt - es lebe die Kunst«

08/06/  bis 07/07/2012

Bekenntnisse, Protest, Leben und Kunst Rühmanns in den politischen Wirren der Sechziger- und Siebzigerjahre. 

 

Kunst ist Politik: „Hiermit kündige ich meinen Dienst als Euer Künstler, als staatlich anerkannter Ehrenfresser“. Starke Worte, die H.D. Rühmann 1973 in der Hamburger Kunsthalle an die versammelte Gesellschaft richtete. Statt Dankesrede verlas der frisch gekürte Lichtwark-Stipendiat seine »Oper in sieben Akten«, ein Pamphlet, das die Mechanismen der "bürgerlichen Kunst" und des Kunstbetriebs entlarven sollte. Höhepunkt der Aktion: Rühmann hatte ein Werk seines Künstlerkollegen Florian Köhler passgenau unter eines seiner eigenen Bilder montiert und in die Ausstellung eingeschmuggelt. Das enthüllte er nun, um die Austauschbarkeit der Ware Kunst zu demonstrieren.

Die Dokumentation dieser Aktion ist jetzt Teil einer aktuellen Installation, die H.D. Rühmann ab 8. Juni erstmals in der Galerie Brigitte Garde zeigt. In einer Collage aus Kunstwerken ( u.a. »Ich bin so schrecklich einsam«, Mitteilungstafeln in Kreide auf Schultafellack, 1972) und subjektiv aufbereiteten zeitdokumentarischen Informationen (»Mao wollte Nixon sofort sehen«, Bildzeitung vom 22. Februar 1972) begleitet die Retrospektive Rühmanns Weg vom Aufbruch in der Suche nach Wahrhaftigkeit der Kunst bis hin zum persönlich empfundenen Scheitern und seinem künstlerischen Bruch. Kunst und Leben Rühmanns im politischen Klima des kalten Krieges, der erstarkenden Linken und der RAF veranschaulicht auch das bereits 1984 erschienene Künstlerbuch von Michael Järnecke »... macht die Kunst kaputt - es lebe die Kunst ...«, das Titel und Rahmen der Ausstellung gibt.

H. D. Rühmann ( *1939) arbeitet in seinen Aktionen, Filmen, Installationen und Projekten mit der direkten Ansprache an ein Gegenüber. Ausgangspunkte sind elementare Leid-, Politik- und Kultur-Erfahrungen. In den biografisch aufgeladenen Textbildern und Aktionen der Sechziger- und Siebzigerjahre fand er zu einer provokanten, fordernden und zutiefst menschlichen Bildsprache. Seine überregionalen Erfolge als Avantgarde Künstler und Mitglied der »Gruppe Montag« konnten seine Skepsis gegenüber dem institutionellen Kunstbetrieb und seinen Ausstieg daraus nicht verhindern. Es dauerte elf Jahre, bis er mit großen Aktionen in die Kunstöffentlichkeit zurückkehrte: u.a. 1985 mit dem Unternehmen »djun-leb«  (erster Artonaut im deutschen All) über der Hamburger Kunsthalle; 1993 mit »Ecce Homo«, der Installation einer 60 Meter großen Fotokopie des Menschen aus 5000 Einzelkopien an der Hamburger Nicolaikirche. Aktuell arbeitet er an dem Projekt »Büchse der Pandora« ( www.buechse-der-pandora.de).

 

 

Michael Järnecke - Werkschau Buchkunst

 04/05/ bis 02/06/2012 


 Mit Büchern, Buchobjekten und Buchprojekten:

Museum der Wahrheit // Heimat - In die Fremde gehen nach Haus // // Von Feldscheunen und Viehunterständen // Hambuch // Gawpy // Das trojanische Pferd // Gehirnabdrücke // Gedankenerzählungen // Die Fehler // ... macht die Kunst kaputt - es lebe die Kunst ... // Roman eines Lesers // Rattengeburt // Originalkopie // Ewig währt am längsten // z.B. schönes langes Menschenhaar

 

 

© Matthias Weber, nach Vermeer, 2012, Pappmaché, Öl, Acryl, Lack auf Schlagmetall auf Holz, 60 x 50 cm
© Matthias Weber, nach Vermeer, 2012, Pappmaché, Öl, Acryl, Lack auf Schlagmetall auf Holz, 60 x 50 cm

Matthias Weber -  Neue Arbeiten

17/03/ bis 28/04/2012

Vernissage Fr 16. März, 18 Uhr

 

Was, wenn sich heute jemand aufmachte, zu beweisen, dass die Welt eine Scheibe ist? Einfach, weil der Ausblick vom Rand dieser Scheibe so verlockend wäre? Mit diesem Kunstgriff eröffnete Matthias Weber vor zwanzig Jahren sein Buchprojekt über das Oval. In seinen aktuellen Arbeiten kehrt er jetzt mit neuem Blick zum Gestaltungsprinzip des Ovals zurück.

 

Dem Betrachter zeigen sich grandiose und verstörende Ansichten auf Scheiben, Monde, Sicheln, Kreisel, Flecken, das Ei, die Malerpalette, gar auf Vermeers Oval eines Mädchengesichts - und immer wieder auf amorphe Geburten aus der Grundform des Ovals. Matthias Weber ist in seinen meisterlich komponierten, überbordenden Tableaus ein genuiner Maler und darin ein Erzähler, der die Welt wie in einem inneren Monolog auf der Leinwand versammelt und ihre Versatzstücke zu vereinen sucht. In seiner collagierenden Malerei werden angelegte Figurationen oft wieder beklebt und übermalt, scheinen durch lasierende Farbaufträge oder erfahren Schichtungen, in denen sie fast verschwinden. So entstehen opulente Tableaus, Materialschlachten aus Gewebe, Holz, Metall, Farbresten, Mäuseskeletten, Ausschnitten eigener Zeichnungen, Figuren alter Stiche, Zeitungsausrissen. Eine Welt von den Rändern her betrachtet, mit Blick aufs Oval. Bilder wie aus den Ursuppen der Schöpfung.  

 

Ausstellungstipp von Hajo Schiff n der taz hamburgvom 24.03.12

 

 Auf Youtube:

Matthias Weber_work in progress: »Die Welt ist eine Ellipse«


 

mapix. beneath the surface (Ausschnitt)
mapix. beneath the surface (Ausschnitt)

 mapix. beneath the surface
11/02/ bis 10/03/2012 

Vernissage Fr 10/02/ 18 - 21 h

 

Cut Outs, jene konturgenau ausgeschnittenen Figurengefüge auf Papier, sind heute aus den Großstädten nicht mehr wegzudenken. In einigen Stadtvierteln verdichten sie sich als kurzlebige Streetart zu regelrechten Galerien auf der Straße, die zu Entdeckungsreisen einladen. Die filigranen Kindersilhouetten der Zeichnerin und Streetart Akteurin mapix sind eine solche Entdeckung, wenn auch nicht leicht zu finden. Für ein paar Tage aber ist mapix in Hamburg und bespielt ausnahmsweise mal einen ehemaligen Laden in Eimsbüttel, jetzt Galerie & Kunstbureau Brigitte Garde.
 
Mapix' Cut Outs fügen sich in Nischen und an Wände, als seien sie für diesen einen Ort gemacht. Als gibt es tatsächlich keinen besseren Platz, ihre Geschichte zu erzählen. Wie die traumverlorene, hockende Mädchengestalt mit schwarzen Blattranken im Haar, platziert zwischen wucherndem Efeu, auf einer Brandmauer im Szene-Viertel einer norddeutschen Großstadt. Oder die Umrisszeichnung eines Jungen mit erzählerisch komplexem Innenleben, der aus einer tristen Hofeinfahrt zu springen scheint. Ihre Halbwertzeit im Aussenraum? Extrem begrenzt, doch als poetische Inszenierung nachhaltig wirksam.

Die schwarz konturierten und anschließend geschnittenen Silhouetten dienen als Rahmengefüge für komplexe surreale Bildkompositionen im Figureninnern. Enthalten etwa Segmente von Architekturen, das Stahlgeflecht einer Hochbahnbrücke oder angeschnittene Hochhaussilhouetten. Sie durchmesssen eine Umrissfigur, dazwischen feinste Miniatur-Federzeichnungen, rein malerische Flächen, ornamentale Schwarzpinselmalerei, Schablonenfiguren.Thematisch kreisen sie um das Verhältnis von Innen und Aussen, von Gefühls-, Erinnerungs- und Lebensräumen, von Träumen und Traumata. Mapix nutzt die Cut Outs, die sie im städtischen Raum platziert, als Kommunikation in doppeltem Sinn. Zum einen als Auseinandersetzung mit dem Ort,  "vor allem aber können sie spontan entdeckt werden, die Betrachter aus ihrem Alltag entlocken, wenn auch nur für einen kurzen Moment ..."

Für ein paar Tage nun zeichnet und schneidet mapix  in Hamburg-Eimsbüttel und bespielt  einen Monat lang Galerie & Kunstbureau Brigitte Garde mit großformatigen Papierarbeiten. Auch dies ein Spiel mit dem Innen und Aussen.

 

 

ELLA KLENNER »Das Tier in dir«
22. Dez 11 bis 05. Feb 12

Fuchs, Hase, Gans oder Eichhörnchen? Die Frage, welches Tier in uns steckt, beschäftigt nicht nur Kinder... Längst hat das spielerische Liebäugeln mit dem tierischen Alter Ego einen festen Platz in unserem Leben, bei Liebespaaren, auf Parties, in Psychotests und in der Kunst sowieso. Mit einem Augenzwinkern platziert Ella Klenner ihr tierisches Personal vor heimischer Mustertapete. Adrett oder lässig in Rollkragenpullover und Blümchenbluse gekleidet, recken Hase, Fuchs, Boxer oder Krähe den Kopf ins Blickfeld des Betrachters. Meist ernst, immer würdevoll, ganz Tier und eben auch ganz Mensch. Oder wie ein ungenannt bleibender Kunstsammler einmal sagte: "Frau Klenner, ich brauche ein Bild von Ihnen. Meine Frau ist ein Eichhörnchen."


 

Ana Schönsteiner - »PANE & AMORE /... mein Herz kann nicht lesen«

9. Dez 11 bis 05. Feb 12


Ana Schönsteiners Arbeiten - Zeichnungen, Malerei, Performances, Textcollagen und wortgewaltige Mailart  - entstehen seit über 30 Jahren aus der exzessiven Verbindung von Leben und Kunst. Die Ausstellung in Hamburg zeigt retrospektiv Auszüge dieses Lebenskunstwerks mit kleinformatigen Serien und Werkgruppen, die in den 1990er Jahren in Rom, Palermo, Paris und Hamburg entstanden, sowie die aktuelle Serie "Leibwächterinnen".

 

 

Pandora, 1996, 10 x 15 cm
Pandora, 1996, 10 x 15 cm